Machbarkeitsstudie Wärmeversorgung Altstadt Biel

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde untersucht, wie die dicht bebauten und teils denkmalgeschützten Liegenschaften technisch und wirtschaftlich sinnvoll an das Fernwärmenetz angeschlossen werden können. Die Studie zeigt auf, wie die Umstellung von fossilen Heizsystemen auf eine erneuerbare Wärmeversorgung in priorisierten Etappen erfolgen kann und liefert eine fundierte Grundlage für die weitere Umsetzung.

kifor

3/6/20232 min read

Ausgangslage

Die historische Altstadt von Biel ist geprägt durch eine dichte, kleinteilige Bebauung mit zahlreichen denkmalgeschützten und verwinkelten Gebäuden. Ein grosser Teil dieser Liegenschaften wird heute noch mit fossilen Energieträgern wie Öl und Gas beheizt. Vor dem Hintergrund der städtischen Klimaziele und der nationalen Energiepolitik besteht ein klarer Handlungsbedarf, diese Wärmeversorgung langfristig auf erneuerbare Lösungen umzustellen.

Gleichzeitig stellt die bestehende Bausubstanz hohe Anforderungen an die Planung: begrenzte Platzverhältnisse in den Gebäuden, teilweise fehlende Technikräume sowie komplexe Eigentums- und Nutzungsstrukturen erschweren eine einfache Umrüstung.

Ziel der Studie

Im Auftrag von Energie Stadt Biel wurde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, um zu prüfen, wie die Gebäude der Altstadt schrittweise und wirtschaftlich sinnvoll an das bestehende Fernwärmenetz angeschlossen werden können. Ziel war es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Erschliessung zu schaffen und aufzuzeigen, unter welchen technischen, räumlichen und wirtschaftlichen Bedingungen eine nachhaltige Wärmeversorgung realisiert werden kann.

Herausforderungen

Die Altstadt stellt besondere Anforderungen an die Planung der Wärmeversorgung. Enge Gassen, historische Bausubstanz und denkmalpflegerische Auflagen schränken mögliche Leitungsführungen und Eingriffe in die Gebäude ein. Zudem unterscheiden sich die einzelnen Liegenschaften stark hinsichtlich Heizsystem, Wärmebedarf und Anschlussmöglichkeiten.
Eine weitere Herausforderung bestand darin, Lösungen zu entwickeln, die sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich tragbar sind.

Vorgehen

Im Rahmen der Studie wurden die bestehenden Gebäude analysiert, deren Wärmebedarf abgeschätzt und mögliche Trassen für Fernwärmeleitungen untersucht. Verschiedene Anschlussvarianten – von Einzelanschlüssen aus der Strasse bis zu Gebäudeinterner Erschliessung wurden technisch und wirtschaftlich bewertet.
Darüber hinaus wurden Etappierungskonzepte entwickelt, mit denen die Erschliessung der Altstadt in sinnvoll priorisierten Ausbauschritten erfolgen kann.

Ergebnisse

Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass ein Anschluss der Altstadt an das Fernwärmenetz grundsätzlich realisierbar ist. Durch eine gezielte Priorisierung der Gebäude und Quartiere kann die Umstellung schrittweise erfolgen, wobei Synergien genutzt und Kosten optimiert werden.
Die Ergebnisse liefern Energie Stadt Biel sowie den Eigentümern eine belastbare Grundlage für die weitere Planung und Investitionsentscheidungen.

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